Missverständnisse im Wissensmanagement

Veröffentlicht am 17. November, 2010 um 14:07

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Scheinbar nicht zu vermeiden und mit dem Hype um Enterprise 2.0 wiederbelebt: Wissentlich gepflegte Missverständnisse im Wissensmanagement:

  • Wissen ist ein Ding, das durch Sprache “veräussert” werden kann und dann für alle offen ist
  • Sprache ermöglicht die vollständige und eindeutige Veräußerung von Wissen
  • Wissen ist ein ausschließlich rationales “Ding”
  • Wissen ist machbar


Diese “Missverständnisse” müssen von der Enterprise 2.0-Lobby gepflegt werden, damit sich die vielen schönen digitalen Lösungsvorschläge (Wikis & Blogs) bestens verkaufen lassen. Das zum einen. Zum anderen vereinfacht die technokratische Sicht auf die Dinge den Umgang mit den Wissensträgern, was wiederum die Personalverantwortlichen in den Unternehmen freut. Denn das auf seine Ratio reduzierte Individuum lässt sich vermeintlich leichter steuern bzw. einsetzen.

Die vielen brachliegenden digitalen Datenhaufen (Wikis & Blogs) sind stumme Zeitzeugen dieser Kultur. Das ist um so bedauerlicher, da gleichzeitig viele Apologeten des Enterprise 2.0 Herrn Maliks Diktum von “Management ist die Transformation von Wissen in Ergebnisse” ungelesen zu 100% unterschreiben würden. Das können die ja auch, weil sie nach der Einführung eines digitalen Datenhaufens schnell das Weite suchen oder zum nächsten geblendeten Opfer eilen.

So twittern diese putzigen Zeitgenossen ihren Datenmüll weiter ins Internet und scheuen sich noch nicht einmal an die BILD-Zeitung erinnernde Twitter-Schlagzeilen wie diese

Firmenwikis sind im Breitenmarkt angekommen. Wer kein Wiki einführt, hat einen Wettbewerbsnachteil.

zu veröffentlichen.

Für Interessierte, denen das gezwitscher auf die Ohren geht, empfehle ich folgende Lektüre:

Psychologie des Wissensmanagement – Perspektiven, Theorien und Methoden: Gabi Reinmann, Heinz Mandl (Hrsg.), Hogrefe, 2004